On-Premise, Cloud oder Hybrid: Welche MES-Architektur passt zu Ihrer Produktion?

Cloud-Lösungen sind heute in vielen Unternehmensbereichendie Norm.

Doch gelten für ein MES in der Produktion dieselben Regeln?

Gerade bei Produktionssystemen spielen Verfügbarkeit, Reaktionsgeschwindigkeit, Datensicherheit und Kontrolle eine entscheidende Rolle. Schliesslich soll die Produktion nicht davon abhängig sein, ob eine externe Internetverbindung verfügbar ist.

Deshalb stellt sich bei der Einführung eines MES eine zentrale Frage:

Wo soll das eigentliche „Gehirn“ des Systems liegen – lokal im Unternehmen, in der Cloud oder in einer Kombination aus beidem?

On-Premise: Das MES bleibt im Unternehmen

Bei einer On-Premise-Lösung befindet sich die zentrale MES-Infrastruktur direkt im Unternehmen.

Für Produktionsumgebungen empfiehlt bfa solutions einen 100%igen On-Premise-Ansatz als Grundlage. Produktionspläne, Datensätze und Steuerungsprozesse bleiben damit innerhalb der eigenen Infrastruktur.

Das bietet insbesondere drei Vorteile:

Kurze Reaktionszeiten

In der Produktion entstehen Daten in sehr hoher Frequenz. Ein einzelner Zyklus soll direkt erfasst und verarbeitet werden.

Bei einer lokalen Infrastruktur müssen diese Informationen nicht zuerst an ein externes Rechenzentrum übertragen und anschliessend wiederzurückgesendet werden.

Kontrolle über die Daten

Sensible Informationen wie Zykluszeiten, Prozessdaten, Datensätze oder Produktionspläne bleiben innerhalb der eigenen Infrastruktur.

Das Unternehmen behält damit die Kontrolle darüber, wo die Produktionsdaten gespeichert und verarbeitet werden.

Kontrolle über die IT-Infrastruktur

Auch Backups, Updates und Sicherheitsmassnahmen können kontrolliert über die eigene Infrastruktur verwaltet werden.

Warum nicht einfach alles in die Cloud?

Eine reine Cloud-Lösung ist technisch möglich. Für das Kern-MES empfiehlt bfa solutions diesen Ansatz in einer Produktionsumgebung jedoch nicht.

Ein Grund dafür ist die Abhängigkeit von der Verbindung nach aussen.

Wenn Produktionsdaten kontinuierlich übertragen werden müssen, können ausserdem Cloud-Speicher bei hochfrequenten Maschinendaten relevant werden.

Das bedeutet jedoch nicht, dass die Cloud in einer MES-Architektur keinen Platz hat.

Hier kommt der hybride Ansatz ins Spiel.

Hybrid: Lokale Kontrolle mit weltweiter Transparenz

Sobald die lokale Infrastruktur stabil läuft, kann sie um ausgewählte Cloud-Funktionen erweitert werden.

Dabei bleibt das eigentliche MES lokal im Unternehmen.

Nur bestimmte Informationen werden an ein webbasiertes Dashboard übertragen, beispielsweise:

  • Live-OEE    
  • aktueller Maschinenstatus
  • Schichtziele    

So kann beispielsweise ein Produktionsleiter auch unterwegs auf dem Smartphone sehen, wie die Produktion aktuell läuft.

Die Produktion bleibt lokal – die Transparenz wird mobil.

Externer Lesezugriff aber die volle Kontrolle bleibtintern

Ein wichtiger Bestandteil dieses hybriden Ansatzes ist dieklare Trennung zwischen Lesen und Schreiben.

Über das externe Dashboard können ausgewählte Produktionsinformationen eingesehen werden.

Ein neuer Auftrag oder ein Maschinendatensatz kann darüber jedoch nicht einfach zurück an die Maschine geschickt werden.

Dieser fehlende direkte Schreibzugriff aus der Cloud istbewusst so vorgesehen. Funktionen wie das Ändern von Datensätzen oder das Starten neuer Aufträge bleiben lokal in der Produktion.

Soll dennoch von ausserhalb auf das lokale System zugegriffen oder ein Auftrag eingeplant werden, ist dafür eine VPN-Verbindung zur lokalen Installation vorgesehen.

Der Datenfluss als Einbahnstrasse

Auch bei der Kommunikation nach aussen spielt die Architektur eine wichtige Rolle.

Im beschriebenen hybriden Ansatz werden keine eingehenden Ports in der Firewall geöffnet.

Stattdessen sendet das MES ausgewählte Daten aktiv nachaussen – vergleichbar mit dem Versand einer E-Mail.

Der Datenfluss funktioniert damit wie eine Einbahnstrasse: von innen nach aussen.

Dadurch gibt es keinen offenen Rückkanal, über den ein externer Server direkt auf das Produktionsnetzwerk zugreifen kann.

Gleichzeitig behält die IT die Kontrolle über Firewall, Server, Backups und Updates.

On-Premise für das Kern-MES. Hybrid dort, wo externeTransparenz einen echten Mehrwert schafft.

Damit verbindet sich die lokale Kontrolle über Produktionsdaten und Steuerungsprozesse mit der Möglichkeit, ausgewählte Kennzahlen auch von ausserhalb einzusehen.

Oder vereinfacht gesagt:

Die Produktion bleibt im Unternehmen. Die relevanten Informationen können trotzdem überall verfügbar sein.

So muss Digitalisierung nicht bedeuten, die Kontrolle über die eigene Produktion abzugeben – sondern sie gezielt zu erweitern.

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